9. -16.Woche

9. -16.Woche

Ab dem 3. Monat ist die Schwangerschaft in der Regel gesichert: Das Risiko, dass der Embryo aufgrund genetischer Defekte vom Körper abgestoßen wird, besteht jetzt nicht mehr. Bei der nun anstehenden Vorsorgeuntersuchung wird durch Abtasten der Bauchdecke die Größe und Form der Gebärmutter festgestellt und das Wachstum und die Herztöne des Kindes überprüft.

Zu diesem Zeitpunkt steht auch die erste Ultraschall-Untersuchung an: Jetzt bekommt die Schwangere zum ersten Mal das Kind zu sehen, wie es im Fruchtwasser schwimmt und sich bewegt.


Zeit der Anpassung


Ab dem 3. Schwangerschaftsmonat passt sich der Körper allmählich an die Schwangerschaft an. Die anfängliche Übelkeit und Müdigkeit lassen nach und die Schwangere fühlt sich in dieser Zeit wohl.

Die äußerlichen Veränderungen, die sich allmählich zeigen, werden meist als positiv wahrgenommen. So bewirken hormonelle Veränderungen, die erhöhte Blutmenge im Kreislauf und vermehrte Wassereinlagerungen, dass die Haut frischer, glatter und rosiger wirkt. Bauch- und Brustumfang nehmen zu, aber noch nicht so stark, dass es stören würde. Die meisten Frauen haben sich jetzt körperlich und seelisch an die Schwangerschaft gewöhnt.


Mit Haut und Haaren schwanger


Zu den Begleiterscheinungen in dieser Phase der Schwangerschaft gehört häufig auch hormonell bedingter Haarausfall. Außer gesunder Ernährung und guter Haar(boden)pflege lässt sich nicht viel dagegen tun. Normalerweise verschwindet der Haarausfall jedoch nach wenigen Wochen wieder. Oft werden die Haare in der zweiten Schwangerschaftshälfte sogar glänzender und kräftiger.

Ebenfalls hormonell bedingt zeigt sich bei einigen Frauen eine dunkle Hautpigmentierung vorwiegend an den Brustwarzen, an den Oberschenkeln, Achselhöhlen und im Bereich von Leberflecken und Sommersprossen. Auch im Gesicht kann eine unregelmäßige Hautverfärbung auftreten. Bei den meisten Schwangeren zeigt sich eine dünne dunkle Linie zwischen Bauchnabel und Schamhaaren, die so genannte Linea fusca. Sie und alle anderen Pigmentveränderungen verblassen aber nach der Geburt wieder.


Zunahme an Gewicht


Allmählich nimmt auch das Gewicht des Embryos, der Plazenta und des Fruchtwassers zu. Heben, Tragen und langes Stehen belasten zunehmend die Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Auch die Venen, vor allem in den Beinen, werden in Mitleidenschaft gezogen: Das Gewicht drückt auf die Gefäße. Das Hormon Progesteron bewirkt eine Lockerung des Bindegewebes und damit auch der Venenwände. Dadurch wird der Blutfluss verlangsamt, Beine und Knöchel können anschwellen an und fühlen sich schwer an, und es können Krampfadern auftreten. Gegen geschwollene und schmerzende Beine helfen kalte Wassergüsse und Umschläge. Auch das Hochlagern der Beine - am besten so oft wie möglich - bringt Entlastung. Wer zu Krampfadern neigt, sollte unbedingt Kompressionsstrümpfe tragen, die es mittlerweile in vielen pfiffigen Farben und Mustern gibt.

Um die Muskulatur zu stärken, sind Aktivitäten wie Schwimmen, Spazieren gehen, Rad fahren und Yoga empfehlenswert. Spezielle Kurse für Schwangerschaftsgymnastik bieten nicht nur gezielte Übungen an, sondern auch Tipps für eine gesunde Haltung beim Sitzen, Heben und Tragen. Die Kurse sind meist schnell ausgebucht, so dass bei Interesse eine frühzeitige Anmeldung erforderlich ist.

Grundsätzlich gilt bei allen Beschwerden, die während der Schwangerschaft auftreten, dass Medikamente nur auf ausdrückliches Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden sollten. Das gilt auch für homöopathische Arzneien, auch wenn diese für Mutter und Kind in der Regel unbedenklich sind und oft genau so gut wirken.


Kleine Unpässlichkeiten


Die Gebärmutter wächst und macht sich durch leichtes Ziehen bemerkbar. Außerdem übt sie Druck auf die Blase aus, so dass die Schwangere öfter Harndrang verspürt. Auch kann es gelegentlich zu unfreiwilligem Harnabgang beim Lachen, Niesen oder bei schnellem Gehen kommen. Das ist unangenehm, lässt aber meist im mittleren Trimester der Schwangerschaft wieder nach.

Mit Verstopfung und Blähungen müssen viele Frauen während der gesamten Schwangerschaft leben. Verantwortlich dafür ist das Schwangerschaftshormon Progesteron, das auf die Darmmuskulatur entspannend wirkt. Dadurch wird die gesamte Darmtätigkeit träger. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Vollkornprodukten ist daher empfehlenswert. Schwer Verdauliches wie Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse sollte die Schwangere dagegen besser meiden. Außerdem hilft es, langsam zu essen, viel zu trinken und sich ausreichend zu bewegen.


Erholung und Entlastung


Obwohl sich die meisten Frauen im dritten und vierten Schwangerschaftsmonat wieder gut fühlen, ist es nicht ungewöhnlich, dass einige Schwangere noch häufig müde und erschöpft sind. Es ist daher ratsam, regelmäßige Spaziergänge und leichte Gymnastik in den Tagesablauf einzubauen. Frische Luft und Bewegung regen den Kreislauf an und versorgen den Körper mit ausreichend Sauerstoff. Wenn es der Alltag erlaubt, sollte sich die Schwangere aber ruhig auch einmal den Luxus eines Nachmittagsschlafs gönnen.

Auch wenn es verschiedene Möglichkeiten gibt, den Körper durch Sport und Gymnastik fit zu halten, um mit Belastungen besser fertig zu werden: Grundsätzlich ist es sinnvoller, das Heben und Tragen schwerer Lasten und langes Stehen möglichst zu vermeiden. Bei körperlich anstrengenden Arbeiten ist es besser, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch im beruflichen Umfeld kann vereinbart werden, dass bestimmte Tätigkeiten vorläufig von Kolleginnen oder Kollegen übernommen werden. Eine Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit, aber sie ist Grund genug, den Körper zu schonen und sich ein wenig mehr Ruhe zu gönnen.



In diesem Stadium der Schwangerschaft stehen neben der ersten Routine-Vorsorgeuntersuchung einige Dinge an, für die vorsorglich schon einmal Termine vereinbart werden können. Dazu gehört unter anderem ein Besuch bei der Zahnärztin / beim Zahnarzt. Denn die Zähne sind in der Schwangerschaft besonders empfindlich: Der niedrige pH-Wert des Speichels macht sie für Karies anfälliger, und es kann vermehrt zu Zahnfleischbluten kommen. Regelmäßige Kontrolle ist also jetzt sehr wichtig.

Auch die Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs oder einem Kurs für Schwangerschaftsgymnastik kann jetzt schon erfolgen. Denn diese Kurse sind meist sehr schnell ausgebucht.