Späte Hoffnung auf Familie – Jedes siebte Paar ungewollt kinderlos

Späte Hoffnung auf Familie – Jedes siebte Paar ungewollt kinderlos

(djd). Deutsche Frauen träumen immer später vom Familienglück. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hat sich das mittlere Alter, in dem Frauen ihr erstes Kind zur Welt bringen, von früher unter 25 auf heute über 30 Jahre verschoben. Der Grund für die späte Familienplanung sind lange Ausbildungszeiten und das Bedürfnis vieler Frauen, sich zunächst im Beruf zu etablieren und in einer festen Beziehung zu leben, bevor sie sich mit ihrem Kinderwunsch beschäftigen. Dies macht sich auch bei der Geburtenrate bemerkbar: Lag sie in den 1960er Jahren noch bei 2,5, so hat sie sich inzwischen auf einem Niveau von 1,4 eingependelt, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Kinderlosigkeit hat viele Gründe

Auch der Anteil kinderloser Frauen ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich angestiegen, melden die Statistiker. Dabei lässt sich jedoch nur schwer unterscheiden, ob die Kinderlosigkeit gewollt oder ungewollt ist. Viele Paare probieren vergeblich, ein Kind zu bekommen. Nach den Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betrifft dies etwa jede siebte Partnerschaft. Undurchlässigkeit der Eileiter, schlechte Samenqualität, unregelmäßiger Eisprung, Endometriose oder auch Stress, Übergewicht und Rauchen sind nur einige der Ursachen, die eine solche Fruchtbarkeitsstörung begünstigen.

Risiko für Frühgeburten senken

Damit der Traum vom Wunschkind nicht unerfüllt bleibt, entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Kinderwunschbehandlung. Allerdings kann es bei der künstlichen Befruchtung zu Früh- und Fehlgeburten kommen. Laut deutschem IVF-Register 2009 liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt bei knapp 20 Prozent. Um die Einnistung des Embryos und eine fortlaufende Schwangerschaft zu erreichen, gilt die langfristige Gabe von natürlichem Progesteron über die Scheide als sinnvoll. Wie Experten beim 20. Weltkongress Fertilität und Sterilität in München darlegten, kann das Hormon auch das Frühgeburtsrisiko deutlich senken. Die lokale Anwendung wirkt direkt und für das natürliche Schwangerschaftshormon sind keine nachteiligen Wirkungen bekannt.

Natürliches Hormon gegen Frühgeburten

Die Wirksamkeit der Vorbeugung von Frühgeburten mit natürlichem Progesteron bestätigt eine Studie der Fetal Medicine Foundation bei Frauen, die zu früh einen verkürzten Gebärmutterhals aufwiesen. In der Regel verkürzt sich der Gebärmutterhals erst gegen Ende der Schwangerschaft. Unter Gabe von Progesteron sank das Risiko einer Geburt vor der 34. Schwangerschaftswoche signifikant um 44 Prozent. Als Folge waren deutlich weniger (15 statt 52 Prozent) Aufenthalte der Neugeborenen in der Intensivstation mit kürzerer Dauer (ein statt 16 Tage) nötig.