Schnupfen

Meistens harmlos, aber ungemein lästig: Schnupfen, einer der häufigsten Begleiter in den Wintermonaten. Gesunde Medizin hatte den Experten-Club diesmal dazu aufgerufen, Tipps und Tricks, Ratschläge und Hausmittel gegen die laufende und gleichzeitig verstopfte Nase zu verraten.

Die Nase stand beim Experten-Club im Mittelpunkt des Geschehens – sowohl was die Beschwerden angeht, als auch im Hinblick auf das, was man genau gegen diese tun kann. „Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er“, so ein altes Sprichwort über die durchschnittliche Verweildauer des Schnupfens. Neun Tage Zeit also, um all die vielen Tipps und Tricks auszuprobieren, die von den Lesern der Gesunden Medizin eingesandt wurden.

Da man den über 200 Viren, die als Auslöser für eine so genannte Rhinitis infrage kommen, kaum aus dem Weg gehen kann, ist in erster Linie eine Linderung der Symptome notwendig. Die Nase fühlt sich verstopft an aufgrund der geschwollenen und entzündeten Schleimhäute, denn dort haben sich Krankheitserreger angesiedelt. Kein Wunder also, dass einer der häufigsten Tipps die Nasenspülung oder Nasendusche war, mit der die Nase regelrecht sauber gemacht wird. „Die Nasenlöcher mit lauwarmen, leicht gesalzenem Wasser gut durchspülen“, das empfiehlt zum Beispiel Marietta Stamm aus Rodgau. Ein apothekenpflichtiges Nasenspray zum Abschwellen wird selten, nur bei starken Beschwerden vom Experten-Club eingesetzt – und auch dann nur in der Kinder-Variante.

Ein feuchtes Klima in den Nasenhöhlen ist gut, um die noch festsitzenden Erreger zu lösen. Ein Klassiker ist das Inhalieren: eine große Schüssel, heißes Wasser und ein Handtuch über den Kopf. Die Empfehlungen für die Zusätze gehen in zwei Richtungen: zum einen die Erleichterung des Atmens durch Eukalyptus, Minze, Thymian, zum anderen die Entzündungshemmung durch Kamille. Letzteres kann allerdings durchaus die Schleimhäute austrocknen, daher rät der Experten-Club auch zu einer reichhaltigen Pflege des Naseninnenraumes. Sprays mit Panthenol oder Salben auf Basis der Ringelblume (Calendula) halten die Schleimhäute geschmeidig. Während des Schnupfens sollte auch auf ein feuchtes Raumklima geachtet werden, zum Beispiel durch feuchte Tücher über den Heizkörpern oder „einen Eimer heißes Wasser mit Erkältungsöl über Nacht im Zimmer“, wie es Gabi Hosse aus Adendorf vorschlägt.

Wenn die Nase läuft – und das sollte sie auch tun, um die Krankheitserreger herauszuspülen – ist das meistens unangenehm und störend. Schneuzen oder „Nase hochziehen“, das ist die Frage. Meistens wird geschneuzt,

aber auf Dauer bedeutet dies für die Schleimhäute eine zusätzliche Belastung. Daher ist das gelegentliche „Hochziehen“ unter dem Aspekt der Gesundung durchaus erlaubt. Wenn geschneuzt wird, dann auf jeden Fall mit Papiertaschentüchern. Gut sind dann gerade die Taschentücher, die pflegende Stoffe (für weniger Hautreizung) und ätherische Öle (für einfachere Atmung) enthalten. Die Stoffvariante ist zwar hübsch, aber die Viren verbleiben im Tuch und kehren mit jeder Benutzung zur Nase zurück. Aber auch bei der Verwendung von Papiertaschentüchern gilt: sorgfältig Hände waschen, insbesondere wenn man häufig Kontakt mit anderen Menschen hat – und die gebrauchten Tücher nicht in die Hosentasche stecken und möglichst auch nicht im offenen Papierkorb entsorgen.

„Wenn ich Schnupfen habe, geht es mir am besten draußen an der Luft“, teilt Karin Beckebans aus Paderborn dem Experten-Club mit. Das ist durchaus zu empfehlen, sofern der Schnupfen nicht mit Fieber einhergeht. „Auch Spaziergänge an der frischen Luft sind hilfreich – sogar bei Regen!“, stimmt Katja Kreutz aus Duisburg zu. Während des Schnupfens sollte man aber im Gegenzug auch dem Bedürfnis nach Ruhe nachkommen, da ist sich der Experten-Club einig. Mit einem guten Buch direkt ins Bett gehen, das gibt in solchen Zeiten das notwendige Wärmegefühl. Wohlig sollte es ohnehin am ganzen Körper sein, angefangen bei dicken Socken bis zu Schal und Mütze – „warm einpacken“, das ist bei Schnupfen auch die Devise von Conny Meyer aus Essen. Wenn die Bekleidung alleine noch nicht hilft, können warme Bäder oder ansteigende Fußbäder dazu beitragen, den Organismus in einen Wohlfühlzustand zu versetzen. Zusätzlich schwört Petra Danner aus Fürstenzell auf den Einsatz einer Rotlichtlampe: „Zwanzig Minuten lang das Gesicht – bei geschlossenen Augen – bestrahlen, das nimmt den Druck aus der Stirn“.

Neben der Zufuhr von außen spielt aber auch die Wärme und die Feuchtigkeitsversorgung von innen eine wichtige Rolle. Heißer Tee mit Kräutern, Salbei, Lindenblüten, Fenchel, Ingwer, und heiße Suppen – meistens mit Huhn oder Gemüse – stehen ganz oben auf der Empfehlungsliste des Experten-Clubs. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, „damit bleibt der Ausfluss dünnflüssig“, weiß Anja Milloth aus Frankenthal. Allerdings raten einige Experten aus dem Leserkreis auch, dabei auf Milch zu verzichten, denn ihr wird ein schleimbildender Effekt nachgesagt. Ein weiteres altes Hausmittel ist heißer Holundersaft mit Honig, ein Tipp von Kathrin Hauß aus Wittenberg.

Die atmungserleichternde Wirkung des Geruchs von Minzöl oder Japanischem Heilpflanzenöl ist natürlich auch im Experten-Club bekannt. Einige Tropfen davon auf die Schläfen geben, das hilft auch bei Kopfweh, welches einen Schnupfen häufig begleitet. Hier hilft auch eine Tablette mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Häufiger wird empfohlen, dem Schnupfen selbst mit Präparaten auf natürlicher Basis zu begegnen. Gerade das Schüßler-Salz Nr. 3, Ferrum phosphoricum, kommt im Experten-Club häufig zum Einsatz, auch als dreimonatige Kur zum Vorbeugen. Präventiv lässt sich auch Vitamin C und Zink einnehmen, im akuten Fall der Schniefnase sind eher Huflattich, Echinacea purpurea, Umckaloabo und Propolis anzuraten.

Letztendlich aber helfen alle Tipps zwar gegen die Symptome, aber sie „vertreiben den Schnupfen nicht, dies schafft in der Regel der Körper allein. Dazu braucht er Zeit und die sollten wir ihm geben!“, das bestätigt für den Experten-Club Sigrid Wegener aus Göttingen.

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